Posts Tagged ‘podcast’

MacTime (Kabelsalat 2.0)

17. August 2008

Alle, die auf die Fortsetzung meines Mac-Mini Abenteuers gewartet haben, mag ich nicht enttäuschen und darum hier die Fortsetzung von „Kabelsalat“:

Für diejenigen, die von Büchern (vorzugsweise Krimis) am liebsten nur die letzten zehn Seiten lesen, darf ich das Ergebnis vorweg nehmen. Ja, alles rennt nach einiger Zeit wie geplant, und seither hören wir nahezu nur mehr Internet-Radio bzw. Last FM. Einfach Interpret eingeben und stundenlang darf man Musik aus dieser Ecke hören. Damit keine Missverständnisse entstehen: Nicht nur diesen Interpreten allein, sondern einen bunten Mix von Interpreten, die dem Musikstil des gewählten entsprechen. Über 24 Stunden lange keine Wiederholungen, keine Werbung, keine zwanghaft gute Laune verbreitenden Sonnenschein-Moderatoren, die so tun, als hätten wir 360 Tage im Jahr Ferien und müssten die Zeit mit schwachsinnigen Gewinnspielen tot schlagen. Und was das Beste ist: Passt mal ein Song gar nicht, darf man einfach auf den nächsten weiterschalten. Bei Ö3 würde ich vermutlich auf diesem Button parken, aber hier kommt es so gut wie nie vor, dass ich klicke.

Videos? Da müssen wir uns noch ein wenig vertiefen, aber auch hier zeichnen sich schon feine Lösungen ab.

Aber nun zu den nicht unspannenden Details:

Passenderweise kommt die Lieferung am Freitag und damit ist sicher, dass am Wochenende keine Langeweile aufkommen wird. Die Schachtel ist beängstigend groß, aber nachdem wir im Büro auch einen Mac-Mini haben und ich glücklicherweise weiß, wie lang 15 cm Kantenlänge sind, bestätigt sich meine Vermutung, dass sich meine Frau wieder auf eine Menge Luftpolster-Folien freuen darf, die sie im Herbst zum Einwintern ihrer geliebten Pflanzen verwenden wird.

Step by Step sag ich mir und schließ den Monitorausgang des Mac erst mal via PAL-Konverter an den Fernseher an. Genauer gesagt versuche ich über den Kamera-Input meines Home-Cinema-Systems das Mac-Bild auf den Schirm zu bekommen. Nix.

Klassischer Denkfehler. Mein Röhrenfernseher (alt aber gut) ist per Composite-Signal an die Anlage angeschlossen, aber ich meinte es gut und hab den Mac über S-Video reingehängt. Gut, dass mein Sohn so viele Kabel hat, und nachdem ich den richtigen Ausgang wähle sehe ich etwas am Fernseher. Etwas trifft’s gut, denn die Composite-Umsetzung des Mac-Adapters ist derartig mies, dass man exakto NULL lesen kann und vom Flimmern Augenschmerzen bekommt.

Ich versuch’s darauf hin direkt am zweiten AV-Eingang des Fernsehers und diesmal mit S-Video. Na da schau her, ein satter Qualitätssprung, aber ich seh bald, dass Konfigurieren bei der Qualität ein Vielfaches der Zeit in Anspruch nehmen würde. Also hole ich den 22“ Flat-Screen und die Eleganz von Mac OSX 10.5 springt mich an. Da sind ja plötzlich Farben, die mein Fernseher gar nicht kennt. Ich vergleiche das LCD mit dem eher kontrastarmen, plötzlich verwaschen wirkenden Bild meiner alten Röhre und nehme widerwillig zur Kenntnis, dass nach der EM wohl auch ein Flat-Screen-TV mit HD-Auflösung ins Haus muss (nach der EM werden die Blödmänner und Geizkrägen ihre Restposten vermutlich etwas günstiger abstoßen und Fußball ist mir in jeder Auflösung fast einerlei).

Ich versuch nun, den Sound vom Mac auf die Anlage zu bringen. Der optische Ausgang funktioniert auf Anhieb, aber ich will ja auch Platten digitalisieren und schließ den mitbestellten AD-Konverter an. Der Treiber wird auf CD mitgeliefert und lässt sich problemlos installieren. So sieht es zumindest aus, aber in den i-Tunes oder Audiocity kann ich trotzdem nur das Standard-Soundgerät auswählen. Kein Konverter-Gerät zur Auswahl. Der Treiber meldet zwar keine Fehler, aber nutzen kann ich ihn nicht.

Nach gut einer Stunde Internet-Recherche bin ich schlauer. Ist bei Macs halt auch nicht anders als bei PCs. Die OSX-Version braucht einen aktualisierten Treiber – der auf der mitgelieferten CD ist drei Jahre alt und schlicht unbrauchbar, ohne dass man das so einfach erkennen könnte. Kommt das wem bekannt vor?

Aber nun wird es hell – oder besser laut! Der Mac kann jetzt über den Konverter ausgeben und auch externe Quellen verarbeiten – sprich digitalisieren. Der erste Song, den ich probiere ist Joe Jacksons „You Can’t Get What You Want“. Na wie sinnig, denn das Ergebnis überzeugt mich nicht. Klirrt merklich, aber der Input-Level Regler am Konverter beseitigt das Problem. Lästig ist nur, dass man sich die passende max.-Stellung nicht markieren oder merken kann, denn das Rändelrad bietet keinerlei Anhaltspunkte. Eine Kerbe mit dem Stanley-Messer wäre mir doch etwas zu grob.

Joe Jackson’s Body and Soul bleibt am Plattenteller und nach gut einer Stunde hab ich meine erste Platte im Kasten, sprich auf der Disk, wenngleich das zum Digitalisieren verwendete Audiocity nicht wirklich das Gelbe von Ei ist, aber für den Einstieg recht brauchbar. Werd mich mal bei Zeiten nach was Geschmeidigerem umsehen.

Der Samstag ist mit dem Audio-Zeugs unfassbar kurz geworden und sonntags vormittags mach ich Frühschoppen mit dem Video-Konverter. Ich schließ ihn einerseits an die Firewire-Buchse des Mac an, andererseits an die Cam. Dann starte ich i-Movie, automatisch geht das Video-Capture Fenster mit auf, und ich bin begeistert: Das Cam-Signal wird anstandslos auf dem Bildschirm dargestellt, und ein Klick startet auch schon die Aufnahme. Genial. Ich freu mich – aber leider zu früh. Vom Mac zurück über den Konverter auf den Fernseher will und will es nicht gehen, und den Mac-Bildschirm als Video-Display zu verwenden war nie das Ziel gewesen.

Es dauert einen halben Tag, bis ich schlauer bin und mir klar wird, dass es nicht gerade berauschend viele Möglichkeiten gibt, digitales Video vom Mac auf den Fernseher zu spielen. Das einzige Format, das der Konverter als Output akzeptiert, ist DV, aber kaum eine Software liefert so ohne weiteres dieses Format (zumeist nur teure Videoschnitt-Programme) – man muss schon den digitalisierten Input in diesem Format abspeichern, denn in Echtzeit konvertieren passiert nicht. Zudem brauchen vier Minuten DV-Video gut ein GByte, aber es geht auch nicht drunter, wenn man die Qualität einer durchschnittlichen Fernsehsendung halten will.

Fazit ist, dass alles letztendlich wie erhofft funktioniert. Nicht grad so ganz auf Anhieb und irgendwie doch anders als ursprünglich gedacht, aber ein ordentlicher Lernfaktor war eh einkalkuliert. Ich bin schon zu lange in der EDV tätig, um noch Plug’n Play Illusionen zu haben.

siehe auch: http://www.tub.at

Advertisements

Kabelsalat …

17. August 2008

Seit meine Sat-Anlage von analog auf digital erneuert wurde, schau ich regelmäßig DELUXE music-TV, was mich als ein etwas älteres Semester outet. Mal davon abgesehen, dass meine alte Anlage gut in Schuss war und ich kaum Verbesserungen in der Qualität von Bild und Ton ausmachen kann, habe ich jetzt halt 400 statt 100 Kanäle auf denen Soaps, Brechstangenunterhaltung und Schwachsinn digitalisiert in mein Wohnzimmer poltern. Die Menge nimmt zu, das Niveau des Gebotenen sinkt in der Relation dazu. Bei dem Angebot wäre ich locker auch analog glücklich geworden und die Vermutung, dass nicht wir, sondern nur der ORF von dieser Digitalisierung profitiert, ist schon Gewissheit, denn ich musste mir neue Geräte kaufen und noch mal knapp 80 Euro für jede Decoder-Karte berappen. Bei geschätzten 3 Mio. Karten in Österreich ein schöner Patzen Geld. Und von der Digitalität spür ich weiter exakt null, denn ich hab genau den gleichen Kabelsalat wie bisher um alles auf meine 5-Kanal Home-Video-Anlage zu bringen.

Also ich sitz jetzt da in meinem Wohnzimmer, starre auf meinen „Medienschrank“ mit CD-Wechsler, DVD-Player, S-VHS-Recorder, Fernseher, Plattenspieler, Sat-Empfänger und so an die 100 alten Vinyl-Scheiben aus meiner Rocky-Horror-Picture-Ära und lass mich von DELUXE Musik-Videos berieseln. Ich denk mir: „Viel Metall für das digitale Zeitalter“ und schiele auf meinen USB-Stick, auf den ungefähr so viel Musik passt, wie 2 Quadratmeter hochgestellten Vinyls in meinem Schrank beinhalten. Ich krieg in meinem Frust noch eines drauf, denn DELUXE bringt eine Werbung über das „NOXON Internet-Radio“ von Terratec. Super, sowas wollt ich schon seit gut 5 Jahren. Beliebig Musik und Videos aus dem Internet direkt ohne mein Notebook (dessen Audio-Ausgang die Qualität eines Telefonhörers hat) direkt auf die Stereo/Video-Anlage. Natürlich auch mit einer Möglichkeit, beliebig zwischenzuspeichern und eigene Collections zu machen. Internet-Musik und TV per Fernbedienung sozusagen, den alten Krempel digitalisieren, speichern und weg mit den Staubfängern. Für unterwegs kurz den MP3-Stick rein, meine aktuellen Favourites kopiert und tschüss. Schluss mit vagabundierenden leeren CD-Boxen, vogelfreien CD-Kopien ohne Beschriftung und einen guten Quadratmeter mehr für Kunst im Wohnzimmer.
Ich begebe mich also auf die Suche und nach fast 5 Stunden Internet-Recherche bei Google, Geizhals und noch 2 Dutzend anderen Plattformen bin ich am Boden angekommen. Aus die Maus. Die Auswahl an Geräten ist gleichsam überschaubar wie unbefriedigend. Das Noxon Internet-Radio mit iPod-Connector ist auf den ersten Blick am ehesten die richtige Richtung, aber bei näherer Betrachtung doch eher was für ein smartes Studenten-Appartement. Kein Speichern, kein Digitalisieren analoger Quellen, kein Video, dafür ein eingebauter Verstärker, den ich nicht brauch, usw.

iPod und iPhone können angeblich eh alles nur nicht das, was ich mir wünsche, denn auf Videos in 8 x 4,5 cm Größe bin ich im Wohnzimmer nicht scharf und für etwaige Untertitel bräuchte ich ein Mikroskop, aber die Audio-Welt funktioniert da schon sehr geschmeidig.

Die Beschäftigung mit Apple-Produkten (ein echtes Schwellen-Erlebnis für PC-Recken alter Schule) führt mich dann allerdings doch auf interessante Spuren. Weitere 2 Stunden mühsames Zusammensuchen, Beschreibungen lesen und gut 15 Produkte in den Warenkorb der Apple-Internet-Site legen führt hoffentlich doch noch zu einem guten Ende. Nach der notwendigen Bereinigung des Warenkorbs (an dieser Stelle ein schnelles Kompliment an die Apple-Site und den Shop dort) bleiben 6 Trümmer übrig: Ein Mac mini in Vollausbau, ein DVI to PAL Konverter, ein Audio Digitalisierer, ein Video-Digitalisierer, eine Funktastatur und eine Funkmaus. Der Mac mini wird mit Fernsteuerung ausgeliefert und ich hoffe sehr, dass ich damit mehr als rebooten kann.

Die Idee ist folgende: Der Mac mini ist per WLAN am Internet (was wär die Welt ohne Flat Rates?) und sein Videoausgang geht via Konverter auf einen der Eingänge meiner Home-Video-Anlage. Wenn ich etwas aus dem Internet hören/sehen will, wähle ich den richtigen Input am Receiver und stell mir per Mac-Fernbedienung oder halt konventionell mit Maus und Tastatur das gewünschte ein, und das war es auch schon. Will ich was vom Sat oder schnöden terrestrischen Radio aufnehmen, lass ich es über einen der Digitalisierer in den Mac rennen und kann es anschließend abrufen oder auf externe USB-Festplatte kopieren. – Neinnein, alles legal und unter Wahrung der Urheber- und Vertriebsrechte. Ich mag keine Kavaliersdelikte gegenüber Künstlern, wenngleich mir bewusst ist, dass es das große Geld selten ganz bis zu den Künstlern schafft, sondern in den sogenannten fetten Medien-Konzernen uninspirierte Schreibtischtäter nährt.

Meine Frau grinst nur, als ich mit ein wenig Schweiß auf der Stirn und den Worten: „Ich mach jetzt, glaub ich, einen Blödsinn“ den ultimativen Button des Apple-Shops klicke und meine Kreditkarte mit satten 1.500 Euro belaste. Das Zeugs kommt in 2 bis 3 Wochen und wird meinen Kabelsalat vorerst wohl eher vermehren. Die Leser dürfen gespannt sein.

siehe: http://www.tub.at