Bin Weblin geworden …

Meine Karriere als Cyber-Sandler

Schon gehört / gesehen? Weblin.
Weblins sind eine lustige Idee der Hamburger Firma Zweitgeist, die es erlaubt, mit Hilfe eines Avatars auf den Web-Sites, die man so besucht, „herumzulungern“. Hab mich also ordentlich registriert, mir ein Plugin runter geladen, installliert und schon war in meinem Firefox unten links eine Figur eines jungen Mannes mit Jeans. Mein Zweit-Ich sozusagen.
Mal abgesehen davon, dass der Kerl a bisserl patschert da steht, begleitet er mich auf allerlei Web-Sites, die ich besuche und ist alsbald im Wege. Click and draw denk ich mir und versuch ihn wo anders zu parken, aber statt dessen latscht er gemütlich auf der Grundlinie des Fensters ein bisserl nach links. Die rechte Maustaste zeigt mir, dass ich eine Sprechblase öffnen kann. Die geht dann auch auf…?? Aaaha.
Ich gehe also wieder auf die Weblin-Site, um zu erfahren, was sich die Zweitgeistler da so gedacht haben und plötzlich ist mein Avatar von allerlei bunten Gestalten beiderlei Geschlechts umzingelt. Ich beginn mich stellvertretend für ihn zu fürchten und werd auch schon angequatscht. „Neu hier?“ „Äh – ja“. Ich beginne zu begreifen, dass ich hier andere „Weblins“ – also Avatare anderer Besucher dieser Site – sehe, und beobachte das Treiben ein wenig. Die machen allerlei Blödsinn, springen und watscheln herum, versuchen sich in seltsamen, schwer deutbaren Gesten usw. Eine ziemlich aufreizend ausgestattete Avatarin will mich „wuscheln“. „Was ist das?“ „Sowas wie drücken.“ „Armdrücken? Nein OK, versteh schon.“ Ich lass meine Wortwitzelei, denn das ausschließlich deutsche Publikum ist damit wohl nicht so vertraut. Sie lädt mich zu einem privaten Chat ein, ich lass meinen Avatar jubeln, es öffnet sich ein Chatfenster und der Rest ist etwa so, wie man es von MSN kennt.
Ich klick mich noch ein wenig durch weblin.com und stoße auf „Topcloud“ – eine Liste von Web-Sites, die andere Weblins gerade besuchen. Beeindruckend lange Liste und ich stolpere über irgendwas mit bdsm im Namen. Ein Klick führt mich dort hin und es ist das, was ich vermutet habe. Na da schau her, meine Wuschel-Maus von vorhin ist auch hier. So erfahr ich unerhofft was über ihre Vorlieben.

Nun ja, eine nette Idee – schon aber irgendwie auch ein wenig … weiß nicht … kindlich. Ich finde es zwar amüsant und es hat was, aber auf Dauer ist es mir zu umständlich.
Und wie dreh ich das jetzt wieder ab? Nach einigem Suchen bemerke ich ein neues Symbol in der Task-Leiste und das war’s dann. Aber keine Angst, beim nächsten Neustart des Rechners ist der Kerl wieder da …

Wie hat Othmar Hill 1995 bei einem Vortrag treffenderweise gesagt: „In spätestens 15 Jahren werden wir zu 75% unserer Arbeitszeit beschäftigt sein und nur mehr zu 25% wirklich arbeiten …“

Advertisements

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: