Kabelsalat …

Seit meine Sat-Anlage von analog auf digital erneuert wurde, schau ich regelmäßig DELUXE music-TV, was mich als ein etwas älteres Semester outet. Mal davon abgesehen, dass meine alte Anlage gut in Schuss war und ich kaum Verbesserungen in der Qualität von Bild und Ton ausmachen kann, habe ich jetzt halt 400 statt 100 Kanäle auf denen Soaps, Brechstangenunterhaltung und Schwachsinn digitalisiert in mein Wohnzimmer poltern. Die Menge nimmt zu, das Niveau des Gebotenen sinkt in der Relation dazu. Bei dem Angebot wäre ich locker auch analog glücklich geworden und die Vermutung, dass nicht wir, sondern nur der ORF von dieser Digitalisierung profitiert, ist schon Gewissheit, denn ich musste mir neue Geräte kaufen und noch mal knapp 80 Euro für jede Decoder-Karte berappen. Bei geschätzten 3 Mio. Karten in Österreich ein schöner Patzen Geld. Und von der Digitalität spür ich weiter exakt null, denn ich hab genau den gleichen Kabelsalat wie bisher um alles auf meine 5-Kanal Home-Video-Anlage zu bringen.

Also ich sitz jetzt da in meinem Wohnzimmer, starre auf meinen „Medienschrank“ mit CD-Wechsler, DVD-Player, S-VHS-Recorder, Fernseher, Plattenspieler, Sat-Empfänger und so an die 100 alten Vinyl-Scheiben aus meiner Rocky-Horror-Picture-Ära und lass mich von DELUXE Musik-Videos berieseln. Ich denk mir: „Viel Metall für das digitale Zeitalter“ und schiele auf meinen USB-Stick, auf den ungefähr so viel Musik passt, wie 2 Quadratmeter hochgestellten Vinyls in meinem Schrank beinhalten. Ich krieg in meinem Frust noch eines drauf, denn DELUXE bringt eine Werbung über das „NOXON Internet-Radio“ von Terratec. Super, sowas wollt ich schon seit gut 5 Jahren. Beliebig Musik und Videos aus dem Internet direkt ohne mein Notebook (dessen Audio-Ausgang die Qualität eines Telefonhörers hat) direkt auf die Stereo/Video-Anlage. Natürlich auch mit einer Möglichkeit, beliebig zwischenzuspeichern und eigene Collections zu machen. Internet-Musik und TV per Fernbedienung sozusagen, den alten Krempel digitalisieren, speichern und weg mit den Staubfängern. Für unterwegs kurz den MP3-Stick rein, meine aktuellen Favourites kopiert und tschüss. Schluss mit vagabundierenden leeren CD-Boxen, vogelfreien CD-Kopien ohne Beschriftung und einen guten Quadratmeter mehr für Kunst im Wohnzimmer.
Ich begebe mich also auf die Suche und nach fast 5 Stunden Internet-Recherche bei Google, Geizhals und noch 2 Dutzend anderen Plattformen bin ich am Boden angekommen. Aus die Maus. Die Auswahl an Geräten ist gleichsam überschaubar wie unbefriedigend. Das Noxon Internet-Radio mit iPod-Connector ist auf den ersten Blick am ehesten die richtige Richtung, aber bei näherer Betrachtung doch eher was für ein smartes Studenten-Appartement. Kein Speichern, kein Digitalisieren analoger Quellen, kein Video, dafür ein eingebauter Verstärker, den ich nicht brauch, usw.

iPod und iPhone können angeblich eh alles nur nicht das, was ich mir wünsche, denn auf Videos in 8 x 4,5 cm Größe bin ich im Wohnzimmer nicht scharf und für etwaige Untertitel bräuchte ich ein Mikroskop, aber die Audio-Welt funktioniert da schon sehr geschmeidig.

Die Beschäftigung mit Apple-Produkten (ein echtes Schwellen-Erlebnis für PC-Recken alter Schule) führt mich dann allerdings doch auf interessante Spuren. Weitere 2 Stunden mühsames Zusammensuchen, Beschreibungen lesen und gut 15 Produkte in den Warenkorb der Apple-Internet-Site legen führt hoffentlich doch noch zu einem guten Ende. Nach der notwendigen Bereinigung des Warenkorbs (an dieser Stelle ein schnelles Kompliment an die Apple-Site und den Shop dort) bleiben 6 Trümmer übrig: Ein Mac mini in Vollausbau, ein DVI to PAL Konverter, ein Audio Digitalisierer, ein Video-Digitalisierer, eine Funktastatur und eine Funkmaus. Der Mac mini wird mit Fernsteuerung ausgeliefert und ich hoffe sehr, dass ich damit mehr als rebooten kann.

Die Idee ist folgende: Der Mac mini ist per WLAN am Internet (was wär die Welt ohne Flat Rates?) und sein Videoausgang geht via Konverter auf einen der Eingänge meiner Home-Video-Anlage. Wenn ich etwas aus dem Internet hören/sehen will, wähle ich den richtigen Input am Receiver und stell mir per Mac-Fernbedienung oder halt konventionell mit Maus und Tastatur das gewünschte ein, und das war es auch schon. Will ich was vom Sat oder schnöden terrestrischen Radio aufnehmen, lass ich es über einen der Digitalisierer in den Mac rennen und kann es anschließend abrufen oder auf externe USB-Festplatte kopieren. – Neinnein, alles legal und unter Wahrung der Urheber- und Vertriebsrechte. Ich mag keine Kavaliersdelikte gegenüber Künstlern, wenngleich mir bewusst ist, dass es das große Geld selten ganz bis zu den Künstlern schafft, sondern in den sogenannten fetten Medien-Konzernen uninspirierte Schreibtischtäter nährt.

Meine Frau grinst nur, als ich mit ein wenig Schweiß auf der Stirn und den Worten: „Ich mach jetzt, glaub ich, einen Blödsinn“ den ultimativen Button des Apple-Shops klicke und meine Kreditkarte mit satten 1.500 Euro belaste. Das Zeugs kommt in 2 bis 3 Wochen und wird meinen Kabelsalat vorerst wohl eher vermehren. Die Leser dürfen gespannt sein.

siehe: http://www.tub.at

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